Nachhaltigkeit im Faktencheck: Aber nachts scheint keine Sonne…

Der YouTube Kanal “Klartext mit Lilly hat ein schönes Video Aber nachts scheint keine Sonne! Good News aus Kalifornien & Australien zu Solarenergie und Energiespeicher gepostet.

Es beschäftige sich mit der Frage:
Wie kann uns Solarstrom bei der Energiewende helfen wenn nachts keine Sonne scheint?

📝 Zusammenfassung

  • Ausgangsfrage
    Wie kann Solarstrom genutzt werden, wenn die Sonne abends und nachts nicht scheint?
  • Beispiel Kalifornien
    In der ersten Hälfte des Jahres 2026 deckten Solarenergie und Batteriespeicher in den Abendstunden (zwischen 19:00 und 21:00 Uhr) durchschnittlich 27 % des Strombedarfs ab. Im Jahr 2023 lag dieser Wert noch bei ca. 7 %. Der tagsüber erzeugte Überschuss wird in Batterien gespeichert und abends entladen.
  • Beispiel Australien
    Die reinen Baukosten für neue 4-Stunden-Batterien sind inzwischen günstiger als die von neuen offenen Gasturbinen (Peak-Kraftwerke für kurzfristige Nachfragespitzen). Die Kosten für Batterien sind gesunken, während die für Gasturbinen gestiegen sind.
  • Ergebnis
    Können Batterien Gas komplett ersetzen? Nein, noch nicht. 4-Stunden-Speicher lösen keine tagelangen Dunkelflauten. Aber für das tägliche Problem (mittags Überschuss, abends hoher Bedarf) verändern Batterien die Wirtschaftlichkeit deutlich und entkräften ein klassisches Argument gegen Solarenergie.

🔍 Faktenprüfung

Die im Video genannten Behauptungen lassen sich durch aktuelle Studien und Marktanalysen bestätigen:

1. Zahlen zu Kalifornien (27 % vs. 7 %)

  • Behauptung
    In H1 2026 deckten Solar- und Batteriestrom von 19 bis 21 Uhr ca. 27 % des Strombedarfs in Kalifornien ab (gegenüber ca. 7 % in H1 2023).
  • Faktencheck: Richtig
    Diese Daten stammen aus einem Bericht des Energie-Thinktanks Ember (veröffentlicht im August 2026). Demnach deckten Solarenergie und Batteriespeicher im ersten Halbjahr 2026 im Abendpeak (19–21 Uhr) im Schnitt über ein Viertel (über 25–27 %) des kalifornischen Strombedarfs ab – verglichen mit 6,8 % im selben Zeitraum 2023.

2. Kostenvergleich in Australien (Batterien vs. Gasturbinen)

  • Behauptung
    Neue 4-Stunden-Großbatterien sind bei den Baukosten inzwischen günstiger als neue offene Gasturbinen (Open Cycle Gas Turbines). Batteriekosten fielen, Gasturbinenkosten stiegen.
  • Faktencheck: Richtig
    Diese Aussage geht aus dem Jahresbericht GenCost 2025–26 der australischen Wissenschaftsbehörde CSIRO und der Energiebörsenaufsicht AEMO (Juli 2026) hervor. Durch zweistellige Preisrückgänge bei Batterien sowie steigende Kosten für Gasturbinen (unter anderem durch die weltweit hohe Nachfrage nach Gasturbinen für Rechenzentren) wurden 4-Stunden-Batteriespeicher für die Abdeckung von Spitzenlasten kostengünstiger als neu gebaute offene Gasturbinen.

3. Grenzen der Technologie (Dunkelflaute)

  • Behauptung:
    4-Stunden-Speicher können Gas noch nicht komplett ersetzen und keine tagelangen Dunkelflauten überbrücken.
  • Faktencheck: Richtig.
    Sowohl Ember als auch CSIRO betonen in ihren Berichten, dass Tagesbatterien (4–8 Stunden Entladerate) vor allem die tägliche Schwankung zwischen Mittag und Abend ausgleichen. Für mehrtägige oder saisonale Erzeugungsdefizite (Dunkelflauten) werden weiterhin andere Technologien oder flexible Reserven (z. B. Wasserkraft, Wasserstoff, Langzeitspeicher oder vorübergehend verbleibende Gaskapazitäten) benötigt.

💡 Fazit

Das Video zeigt sachlich sowohl den Fortschritt bei der Speicherung von Tages-Solarstrom als auch die verbleibenden Herausforderungen bei der Langzeitspeicherung auf.

Aber es zeigt auch, dass Solarenergie alleine nicht Lösung ist. (Stickwort Dunkelflaute)